2017
von Volker Schmidt
Spielort: Blumenhof, Wien

„es geht doch heute nicht mehr darum etwas zu tun, sondern etwas nicht zu tun, verstehst du? es wird zuviel getan. überall. daher kommen unsere probleme. nur begreift das keiner.“
Fünf typische Vertreter jener Gruppe urbaner, ökologisch und politisch verantwortungsvoller Menschen, die alles richtig machen wollen, verbringen ein Wochenende in ihrem Landhaus. Es sollen ein paar entspannte Tage sein – doch spätestens seit Tschechow weiß man, dass der Rückzug aufs Land kein gutes Ende haben wird. Die Welt der vier gerät im Laufe des Abends ins Wanken – Gewissheiten werden zu Plattitüden, Überzeugungen enttarnen sich als scheinheilige Political Correctness. Realisiert wurde das Stück in einem installativen Setting, einer Mischung aus Party-Location und Landhaus-Flair, angelegt in der beeindruckenden Industriearchitektur des Blumenhofes. Die Zuschauer sitzen dabei mitten im Geschehen.
Mit: Veronika Glatzner, Nancy Mensah-Offei, Maresi Riegner, Sami Loris, Daniel Wagner
Regie: Volker Schmidt Bühne und Kostüme: Johannes Weckl
Produktion: Jochen Schmidtberger Regieassistenz: Ursula Leitner Bühnenbildassistenz: Stella Krausz Kostüm- und Produktionsassistenz: Anna Hostek Regiehospitanz: Julija Urban
Lustvoll will Schmidt Lebensgewissheiten dekonstruieren, und das ist mit rasanten Dialogen in toller Besetzung wahnsinnig witzig geraten. Der Industriecharme des Blumenhofs bietet eine treffliche Kulisse. Sehenswert!
Der Standard
Gezeigt wird eine Gesellschaft, die so paradox es klingt in ihrer Freiheit gefangen ist. Charmant übertriebene Kostüme treffen auf eine nicht geringe Anzahl wohlformulierter und treffender Zitate, dargeboten in der ansprechenden Location des Blumenhof.
Kulturfüchsin
Das höchst intensive Spiel aller Beteiligten, zum Teil zwischen dem Publikum, überzeugt genauso wie das rasante Tempo, mit dem Schmidt seine Geschichte vorantreibt. Der Aufführungsort schmiegt sich wie eine stimmige Haut rund um die zwischenmenschliche Auseinandersetzung und spiegelt mit seiner Industriearchitektur die kühle Grundstimmung, in die sich die Freunde selbst hineinmanövrieren.
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